Die Google I/O ist seit ein paar Wochen schon zu Ende und es gab einiges an Neuigkeiten. Unter anderem wurde das Android Studio vorgestellt, das auf JetBrains IntelliJ IDEA basiert und im Moment noch eine Early Access Preview ist. Die aufgeführten Features sind dennoch Grund genug um sich das Studio einmal näher anzusehen.

Der Fairness wegen muss gesagt werden, dass unsere Android Apps ausschließlich mit Xamarin.Android entwickelt werden. Dafür nutzen wir entweder Xamarin Studio oder vorzugsweise Visual Studio von Microsoft. Für beide Entwicklungsumgebungen gibt es von Xamarin einen Interface Designer, der eines der besten Produkte auf diesem Gebiet ist. An Android Studio interessieren uns also lediglich die UI-Designer-Features bzw. ob sie besser sind, als das was wir derzeitig nutzen.

Nach längerem Testen des Android Studios kristallisieren sich folgende Features, die wirklich Potenzial haben zukünftig Googles neues Tool zu benutzen, heraus.

Layout-Rendering

Das Layout wird vom Android Studio an entscheidenden Stellen besser gerendert. Gerade Listen-Widgets wie ListView, ExpandableListView und ähnliche werden überhaupt erst dargestellt. Einer der Gründe warum ich bisher alle je verwendeten Designer nur für das grobe Erstellen des Layouts verwendet habe. Die Details wurden anschließend im XML vorgenommen und auf dem Testgerät betrachtet. Android Studio hat Potenzial das zu ändern.

Das Layout im Xamarin Designer zeigt das ListView Widget nicht an.

Layout in Xamarins Designer

Googles Android Studio hingegen schon.

Layout im Android Studio Designer

Konfiguration für andere Ausrichtung und Größen

In der Regel werden User-Interface-Layouts für eine bestimmte Ausrichtung, horizontal oder vertikal, oder für eine bestimmte Geräteklasse, Smartphone oder Tablet, entworfen. Android macht es per se schon sehr einfach sein UI auch für andere Anforderungen bereitzustellen. Das Feature im Android Studio zu finden ist dennoch von Nutzen, weil es Anwender einfache und sich wiederholende Schritte abnimmt. Man bleibt auf sein UI fokussiert und kann die gewünschten Änderungen zum Ursprung vornehmen. Ein Feature, dass sicherlich nicht so hervorsticht wie das Nächste aber dennoch regelmäßig Anwendung finden wird - spätestens bei einer ganz neuen App.

Konfigurationsmenü für andere Ausrichtungen und Größen

Component Tree

Das Feature das am meisten überzeugte das Android Studio in das aktuelle Tooling mit aufzunehmen. Keine andere Software bietet aktuell die Funktion auf potenzielle Probleme bei verwendeten Widgets hinzuweisen und dafür auch Empfehlungen zur Lösung auszusprechen.

Der Component Tree mit Hinweistext

Der Screenshot zeigt, wie ein solcher Lösungsvorschlag im einfachsten Fall aussehen kann. Gerade für die Themen Lokalisierung und der Verwendung der richtigen Maßeinheiten ist dieses Feature gerade zu prädestiniert. Aber nicht nur da.

Fazit

Der Funktionsumfang des Designers in Googles Android Studio ist umfangreich und bietet einige wirkliche Neuerungen, die die Messlatte einen Tick höher für andere Designer-Produkte legen. Es bleibt abzuwarten, welche Neuerungen noch bis zum Verlassen der Early Access Preview kommen werden. Fest steht aber auch Vorreiter wie Xamarins Android Designer oder Eclipse werden nachziehen müssen, wenn sie weiterhin um die Gunst der Anwender buhlen wollen.

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